Alarmstufe 3 Einsatzübung im Ohlsdorfer REWE Zentrallager West

Am Samstag, 27. Mai 2017, führte die Feuerwehr Ohlsdorf gemeinsam mit der Roten Kreuz Dienststelle Gmunden und der REWE Firmenleitung eine Großübung im REWE Zentrallager West in Ohlsdorf durch. Hauptverantwortlich für die Übung waren HBI Pesendorfer Ernst und HAW Pamminger Stefan von der FF Ohlsdorf. Es wurde dabei auf die Realität der Übung sehr viel Wert gelegt und so ergab sich die Größe dieser Übung.

Das REWE Zentrallager: Bereits seit 3 Jahren ist das Zentrallager in Ohlsdorf in Betrieb. Das rund 36.000m² große Lager verfügt über einen Vollschutz, dass bedeutet das das Gebäude rund um die Uhr bewacht und von einer automatischen Brandmeldeanlage mit Sprinkler usw. überwacht wird. Bereits seit längeren wurde an der Planung einer Großübung gearbeitet. Dazu wurde nun entsprechend des Standortes eine Sonderalarmplan erstellt und erstmals getestet. Das Objekt verfügt über 2 Löschwasserbecken mit je 290m³ Löschwasser für die Sprinkler und ein 280m³ Löschwasserbecken für die 8 Hydranten, welche rund das Gebäude verbaut sind.

Übungsannahme: Als Übungsannahme wurde ein direkter Blitzschlag im Bereich Stiegenhaus/Lagerhalle angenommen. Durch den entstehenden Brand im Bereich der Zwischendecke bzw. der Lagerhallendecke, sind mehrerer Personen im Büroturm (3. Obergeschoß) eingeschlossen. Drei Personen wurden vermisst, eine Person sprang vom Balkon auf das darunterliegende Stockwerk und wurde schwer verletzt.

Übungsablauf: Pünktlich um 13 Uhr wurde die FF Ohlsdorf, FF Aurachkirchen und BTF Steyrermühl zu einem Brandmeldealarm durch die Bezirkswarnstelle Gmunden alarmiert. Nach dem Eintreffen am Einsatzort wurde den Einsatzleiter durch einen Mitarbeiter über den Brand und über die vermissten bzw. eingeschlossenen Personen informiert. Sofort wurde mit den ersten Kräften unter schwerem Atemschutz das Stiegenhaus durchsucht. Fast zeitgleich wurde durch die Bezirkswarnstelle, nach Anforderung des Einsatzleiters die Alarmstufe 2 ausgelöst, sowie das Rote Kreuz über Notruf alarmiert.

Um im Ernstfall auch sicherzustellen das immer genügend Wasser vor Ort zur Verfügung steht, wurde der Sonderalarmplan so ausgelegt, das Löschwasser von der Traun zum Objekt zu bringen. So begannen die ersten Löschfahrzeuge mit dem Aufbau einer rund 1200 Meter langen Löschleitung.

Rund 15 Minuten nach der Erstalarmierung traf das Rote Kreuz ein. Einsatzleiter Feuerwehr und Einsatzleiter RK arbeiteten Hand an Hand, um die Personen so schnell wie möglich zu bergen, bzw. zu stabilisieren und zu retten.

Da sich der Brand rasch ausgeweitet hatte, wurde um 13:21 Uhr die Alarmstufe 3 sowie die EFÜ- Einsatzführungsunterstützung angefordert.

Nach und nach trafen weitere Hilfskräfte ein und bekamen die Einsatzaufträge. Zeitgleich begann HUB Steyrermühl und Leiter Gmunden mit der Personenrettung von außen bzw. Leiter Vorchdorf mit der Brandbekämpfung. Mittlerweile wurde seitens der Löschwasserversorgung mit dem Aufbau einer zweiten Leitung von der Traun begonnen. Die erste Leitung lieferte nach rund 30 Minuten nach Beginn Wasser zum Objekt. Beide Leitungen waren um 13:53 Uhr fertig aufgebaut.

Am Objekt konnten einstweilen die Retter von Rot Kreuz und Feuerwehr gemeinsam alle vermissten Personen versorgen und retten. Die letzte verletzte Person wurde um 14:02 Uhr dem Rettungsdienst übergeben. Danach galt es nur mehr den Brand bzw. die Brandausbreitung unter Kontrolle zu halten und die Wasserreserven zu testen. Die je 1620 Meter lange Relaisleitung von der Traun wurde mit je 3 Pumpen aufgebaut. Direkt vor Ort wurde eine weitere Tragkraftspritze positioniert, welche die Aufgabe der Wasserverteilung zu den jeweiligen Einsatzabschnitten durchführte. Zur Berechnung der Relaisleitung wurde die Software von www.wasserkarte.info verwendet, welche in Ohlsdorf auch zur Pflege und Wartung der Daten der Wasserversorgung verwendet wird.

Nach einer Lagebesprechung aller Einsatzkräfte wurde um 14:34 Uhr die Übung mit allen Zielen beendet. Als Besonderheit wurde die örtliche Einsatzleitung mit der neuen EFÜ- Einsatzführungsunterstützung unterstützt. Diese hilft in Zukunft ab Einsätze der Alarmstufe 2 bei Anforderung der örtlichen Einsatzleitung bzw. dem Einsatzleiter. Die Zusammenarbeit dieser funktionierte vorbildlich.

Nach dem Aufräumarbeiten konnte HBI Pesendorfer Ernst und OBR Schiendorfer Stefan allen Übungsteilnehmern danken. Es sei wichtig solche Übungen dieser Größe durchzuführen um im Ernstfall gewappnet zu sein. HBI Pesendorfer dankte auch dem Roten Kreuz, vor allem Hilgart Klaus, welcher im Vorfeld die Übung mit ausgearbeitet hat. Ebenfalls wurde dem Schminkteam des Rot Kreuz Teams gedankt, welche die Opfer bestens mit Brandwunden versorgten. Auch den „Opfern“ sei für die Bereitschaft und die Ausdauer zu danken. Im Anschluss lud die Firmenleitung zu einer Jause ein – auch hier ein herzlicher Dank dafür und für die Bereitschaft die Übung am Objekt durchführen zu können.

Im Übungseinsatz standen:
Feuerwehren: FF Ohlsdorf, FF Aurachkirchen, BTF Steyrermühl (Alst. 1), FF Laakirchen, FF Roitham, FF Pinsdorf, FF Gmunden, FF Windern, FF Desselbrunn (Alst. 2), FF Lindach, FF Vorchdorf, FF Wiesen, FF Gschwandt, FF Rahstorf (Alst. 3), Bezirksfeuerwehrkommandant, Bezirkswarnstelle Gmunden (Gesamt 140 Mann, 22 Fzg., 7 TS, 162 B-Schläuche
Rotes Kreuz: 15 Mann, 7 Fzg.
Gemeinde: 1 Mann
Firmenleitung: 5 Mann
Opfer: 6 Mann