Großeinsatzübung mit Schulbus -> Feuerwehr und Rotes Kreuz bestens vorbereitet!

Am Samstag, 04. Mai 2013 fand auf der Ohlsdorfer Landesstraße (L1303) im Bereich Friedhofskurve eine Großeinsatzübung der Feuerwehren aus der Gemeinde Ohlsdorf sowie den umliegenden Gemeinden und dem Roten Kreuz statt. Angenommen wurde ein Verkehrsunfall mit einem Reisebus und einer großer Anzahl an Verletzten. Warum und weshalb diese Übung durchgeführt wurde wird kurz berichtet.

Rückblick in das Jahr 2004
Das Jahr 2004 war für die Feuerwehr Ohlsdorf ein Verkehrs- Unfallreiches Jahr. Neben einer Massenkarambolage auf der A1 im Ohlsdorfer Gemeindegebiet kam es im selben Jahr zu einen schweren Verkehrsunfall mit einem Stapler und einen Todesopfer in Peiskam. Zu Pfingsten wurde unser Rüst-Lösch Fahrzeug bei der Heimfahrt von einen Alkoholisierten Fahrzeuglenker frontal abgeschossen und schwerst beschädigt. Wie durch ein Wunder gab es seitens der Feuerwehr keine schwer Verletzten.

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Am vorletzten Dezember Tag wurde am späten Nachmittag die FF Ohlsdorf zu einer Fahrzeugbergung alarmiert. Aufgrund starker Schneefälle galt es ein Fahrzeug in Unterthalham zu Bergen. Nachdem das Fahrzeug geborgen wurde, rückten die Kameraden in das Gerätehaus ein. Während sich die Kameraden umzogen heulte bereits wieder die Sirene. “Verkehrsunfall Höhe Friedhof – eingeklemmte Person“, so der Alarmierungsauftrag der Landeswarnzentrale. Am Einsatzort angekommen wurde uns allen klar das hier gerade eine Katastrophe durch die Reaktion eines Schulbuslenkers verhindert worden ist. Ein Pkw kam in Fahrtrichtung Ohlsdorf ins Schleudern und prallte gegen einen entgegenkommenden Schulbus, welcher mit Kindern besetzt war. Dem Lenker des Busses gelang es den Bus Millimeter genau auf der Böschungskante zum Stillstand zu bringen. Zehn Zentimeter weiter rechts und der Bus samt den Kindern wäre über die Böschung gestürzt. Die Kinder sowie der Buslenker wurden damals nicht verletzt. Der Pkw Lenker musste von unserer Wehr aus dem völlig demolierten Fahrzeug geschnitten werden.

Aufgrund dieses Ereignisses und der zufälligen Beschaffung des Busses wurde dieses Übungsszenario erstellt. Dies sollte keine Nachahmung des Unfalles aus dem Jahr 2004 sein, sondern die Richtige Bergung sowie die Zusammenarbeit mehrerer Einsatzkräfte und Organisationen festigen.

Einsatzübung
Ein Pkw fährt bei der Eisbahn auf die Ohlsdorfer Landesstraße und wird von einem Schülerbus erfasst und in den Graben gedrückt. Das hinter dem Schulbus fahrende Fahrzeug kann nicht mehr ausweichen und prallt dabei gegen das Heck des Busses. Dabei werden rund 16 Personen im Bus und im hinteren Fahrzeug eingeklemmt. Für die beiden vorderen Fahrzeuginsassen kommt leider jede Hilfe zu spät. So die Übungsannahme am Florianisamstag auf der Ohlsdorfer Landesstraße.

Um 13:00 Uhr wurde die Feuerwehr sowie das Rote Kreuz von zahlreichen Ersthelfern über diesen Unfall alarmiert. Das Rote Kreuz entsendet aus Gmunden das erste Fahrzeug, die Bezirkswarnstelle in Gmunden alarmiert zeitgleich die Feuerwehr Ohlsdorf und Aurachkirchen.

Beide Einsatzleiter (Feuerwehr und Rotes Kreuz) machten sich am Einsatzort ein Bild der Lage und entschieden hier weitere Kräfte nachzurufen. Dies wurde seitens des Roten Kreuzes durch die Leitstelle erledigt, welche verschiedene Dienststellen, sowie einen Notarzt entsandte. Seitens der Feuerwehr wurde der technische Alarmplan Stufe 2 und 3 ausgelöst. Eine örtliche Umleitung wurde eingerichtet.

Nach der Erkundung wurde seitens der Feuerwehr begonnen nach und nach die Fahrzeuge zu sichern, das Rote Kreuz bei der Patientenbetreuung bzw. der Bergung der Unverletzten Personen mitzuhelfen. Dabei wurden zahlreichen Hebekissen der nach und nach eintreffenden Feuerwehren benötigt. Zahlreiches Bölzmaterials stand ebenfalls auf der Materialliste. Jede Teilnehmende Feuerwehr ist mit dem technischen Fahrzeug im Alarmplan hinterlegt, welche zahlreiche Werkzeuge bzw. Scheren und Spreizer zur Bergung mitführen.

Alle leichtverletzten Personen konnten rasch aus dem Bus gebracht werden. Diese wurden zum Sammelplatz des Roten Kreuzes gebracht. Mit Hilfe der Patientenleitkarte wurde jeder Verletzte bzw. auch unverletzte registriert und aufgelistet. Somit wusste man sofort wo, welche Person hingekommen ist. Eine verletzte im Schock stehende Person konnte noch bevor die Patientenleitkarte ausgegeben wurde im Anfangstumult unter den Einsatzkräften abhauen. Diese wurde erst nach einer Gründlichen Zählung und durch Hinweise aufgefunden.

Die Bergung des im hinteren Fahrzeug eingeklemmten Mannes konnte nach Notärztlicher Versorgung gemeinsam mit hydraulischen Rettungsgeräten durchgeführt werden. Die beiden anderen im Fahrzeug anwesenden Personen wurden ohne hydraulisches Gerät geborgen.

Da bereits am Anfang der Tod der beiden im vordersten Fahrzeug eingeklemmten Personen seitens des Arztes festgestellt wurde, konzentrierte sich die Bergung in erster Linie die der restlich, im Bus eingeklemmten Personen. Diese mussten teilweise mit hydraulischem Gerät oder mit Hilfe des Werkzeugkoffers befreit werden.

Zwischenzeitlich wurden immer wieder kleinere Besprechungen mit den Einsatzleiter RK und Feuerwehr, der Gemeindeführung und den Gruppenkommandanten der Einsatzfahrzeuge abgehalten. Diese internen Besprechungen sind für einen guten Ablauf des Einsatzes unbedingt erforderlich. Hierbei ist es wichtig auf jede Lageänderung sofort reagieren zu können.

Nach der Rettung aller Opfer aus dem Bus wurde mit der Bergung der beiden angenommenen Todesopfer im vorderen Fahrzeug begonnen. Auch hier wird wie bei verletzten Personen weiterhin so weit wie möglichst schonend gearbeitet. So wurden das Fahrzeug und der Bus weiterhin gesichert. Nach dieser Arbeit konnte die Bergung aller Fahrzeuge durchgeführt werden.

Der Zeitrahmen für die Übung wurde angesichts der gestellten Aufgaben mit zwei Stunden gesetzt. Tatsächlich konnte nach rund einer Stunde mit den Aufräumarbeiten begonnen werden, welche wiederum eine Stunde dauerte.

Im Anschluss wurde im Ohlsdorfer Gerätehaus eine Nachbesprechung durchgeführt. Seitens der Übungsverantwortlichen Roten Kreuzes und der Feuerwehr verlief die Übung realistisch und zielführend. Herzlichen Dank an alle teilnehmenden Feuerwehren, dem Roten Kreuz, dem Schminkteam, den Unfallopfern, den Passanten und jenen welche die Umleitung in Kauf nehmen mussten. DANKE

Im Einsatz standen:
Einsatzkräfte Feuerwehr

FF Ohlsdorf, 33 Mann, 5 Fzg. (KDO, MTF, LAST, LFB-A2, RLF-A 2000)
FF Aurachkirchen, 15 Mann, 2 Fzg. (KLF-A, TLF-A 2000)
FF Wiesen, 9 Mann, 1 Fzg. (TLF-A 2000)
FF Gmunden, 6 Mann, 1 Fzg. (LFB-A2)
FF Laakirchen, 9 Mann, 2 Fzg. (KDO, RLF-A 2000)
FF Windern, 9 Mann, 1 Fzg. (TLF-A 2000)
FF Rutzenmoos, 4 Mann, 1 Fzg. (RÜST)
BTF Steyrermühl, 3 Mann, 1 Fzg. (TLF-A 2000)

Bezirkswarnstelle Gmunden, 1 Mann

2 Abschlepper, 2 Mann

Einsatzkräfte Rotes Kreuz
25 Mitarbeiter RK
2 Notärzte
6 SEW (Sanitäts- Einsatzwägen)
1 NEF (Notarzt- Einsatzfahrzeug)
1 MTW
1 OvD (Offizier vom Dienst)

Gemeindeführung
BGMin Christine Eisner
VzBgm. Johann Halbmaier

Übungsbeobachter Feuerwehr: HAW Stefan Pamminger
Übungsbeobachter Rotes Kreuz:
Alfred Magiera

sowie zahlreiche Pressevertreter und Zuseher aus der Gemeinde!

Ein großer Dank ergeht an die Feuerwehr Vorchdorf welche uns den Bus zur Übung vermachte. Dies war bereits die zweite Großübung an der dieser Bus teilnahm. Ebenso Danke an Gerhard Jud für die beiden Unfallautos und dem prompten Transport mit den beiden Abschleppern. Dem RK- Schminkteam gebührt ebenfalls ein großer Dank für die realistische Darstellung der Verletzungen. Die Firma Asamer unterstützte großzügig die Feuerwehr Ohlsdorf mit der Bereitstellung des Parkplatzes für den Bus über einen großen Zeitraum sowie für den Kran- Lkw zum Transport. Danke an die Opfer welche aus verschiedenen Feuerwehren und Vereinen stammten.



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